Gebrauchtkauf – Checkliste zur Begutachtung

Motorradbesichtigung leicht gemacht

Zur ersten Begutachtung einer Gebrauchten haben wir Dir folgende Checkliste zusammengestellt. Bestens können das selbstverständlich nur Profis in der Werkstatt oder Gutachter von der GTÜ oder dem TÜV.

Hier erhältst Du jedoch schon einen gewissen Überblick, der zeigt was alles beachtet werden sollte.

Achte auf jeden Fall darauf, dass Du eine ausführliche Probefahrt, möglichst auch auf Landstraße und Autobahn, durchführen darfst.

Erst dann kannst Du feststellen, ob erstens das Motorrad in Ordnung ist und zweitens (nicht zu vergessen): Ob Dir das Fahrzeug auch wirklich im Fahrverhalten gefällt.

Wer kein Vertrauen zum Privatgebrauchtkauf hat, sollte sich bei seinem SUZUKI-Händler umschauen.

Dieser hat sicherlich das eine oder andere Motorrad am Lager. Der Vorteil ist, dass Du auch nach dem Kauf bei Problemen einen Ansprechpartner hast. Darüber hinaus bieten die meisten Händler eine Gebraucht-Garantie, ähnlich wie beim Kauf eines gebrauchten PKW an. Selbstverständlich kann der Händler auch eine Finanzierung der Traummaschine anbieten – eine Leistung, die kein Privatmann übernimmt.

1. Gesamter Pflegezustand

1.1 Rostbefall

Wie sieht der Auspuff aus? Der Rahmen am Lenkkopf- und Schwingenbereich an den Schweißnähten? Die Räder:
Die Felgen sind zerkratzt, ist der Bremsstaub in den Lack eingefressen? Sollte das Motorrad Speichen haben: Sind alle Speichen vollständig, mit Rost befallen und sind die Spann-Nippel noch heil, oder sind sie schon übergedreht? Ist Rost am und im Tank? Sind die Standrohre (der verchromte Teil der Gabel) verrostet? Wenn ja, dann ist die Gabel defekt und die Teile müssen ausgetauscht werden Ist die Kette verrostet und vielleicht nur schnell übergefettet?

1.2 Flüssigkeitsaustritt

Am Motor: Den Motor auf Ölaustritt am Zylinderfuß, Zylinderblock, Ventildeckel überprüfen
An der Vorderradgabel: Ölaustritt zwischen Stand- und Gleitrohr
Am Kardan-Winkeltrieb: Simmerring undicht
Am Vergaser?
An Tank und Benzinhahn?
Nahezu alle Undichtigkeiten können zwar beseitigt werden, die Arbeitszeit und Ersatzteile können jedoch teuer sein. Du solltest Dich in diesem Fall auf einen anderen Preis oder eine Instandsetzung vor “Gefahrenübergang” (Kauf) einigen.

1.3 Schleifspuren

Prüfe an allen Kunststoffteilen, nach Schleifspuren und löse nachträglich aufgeklebte Aufkleber ab. Ebenso solltest Du die Fussrasten, Lenkerenden, Armaturen, Scheinwerfer, Rahmen und Endschalldämpfer auf Kratzer überprüfen. Je nach Hersteller sind zerkratzte, oder defekte Teile sehr teuer. Schleifspuren deuten auf harte Fahrweise, Stürze oder Unfälle hin, also Vorsicht!

Detailprüfung

2.1 Räder und Reifen

Drehbarkeit: Die Räder müssen in beide Drehrichtungen frei und ohne nennenswerte Schleifgeräusche laufen. Kardangetriebene Hinterräder dürfen nicht haken oder “mahlen”. Felgenschlag: Prüfung durch Anhalten eines Schraubenziehers am Felgenrand. Felge: Felgenrisse, Risse in der Nabe, Beulen im Felgenhorn? Radspiel: Radlager durch Kippbewegungen der Räder kontrollieren. Reifenprofil: Profiltiefe mindestens noch 3 mm. Reifentyp: Übereinstimmung der Dimension und des Typs mit den Angaben im Fahrzeugschein?

2.2 Die Kette

Verschleiß: Läßt sich die Kette deutlich vom Kettenrad abheben, dann sind die Kette und die Kettenräder verschlissen. Letzteres erkennt man auch an spitz geformten Zähnen (“Sägezähne”). Übersetzung: Kettensatz in Originalübersetzung? Pflege: Ist die Kette verrostet und wurde sie nur für den Verkauf eingefettet?

2.3 Bremsen

Bremsscheiben: Oberfläche auf tiefe Riefen oder Absätze prüfen. Beläge: Belagstärke mindestens 4 mm, Verschleißanzeige bei Trommelbremse. Vorsicht bei ungleichmäßig abgenutzten Belägen.

2.4 Fahrwerk

Lenkkopflager: Rad anheben, Gabel unten fassen und nach vorne und hinten drücken sowie von Anschlag zu Anschlag drehen. Dabei darf kein Spiel oder Hakeln spürbar sein. Lenkeranschlag: Verformungen deuten meist auf einen Unfall hin. Telegabel: Vorderradbremse ziehen und Telegabel stark ein- und ausfedern lassen. Auf den Standrohren darf sich kein Ölfilm bilden. Gabelholme auch auf Verwindungen prüfen. Hinterradschwinge: Beide frei hängenden Holme (oder Einarmschwinge) von hinten zuerst seitlich, dann nach oben und unten bewegen. Spürbares Spiel könnte an einem defekten Schwingenlager liegen.
Stoßdämpfer: Heck des auf beiden Rädern stehenden Motorrads niederdrücken und loslassen. Nach einer halben Schwingung muss es (ohne gurgelnde Geräusche) zur Ruhe kommen.

2.5 Elektrik

Beleuchtungselemente: Funktionsprüfung aller Elemente! Schalten Sie einfach alle Schalter einmal durch. Kontrolleuchten: Prüfen Sie Öldruck, Leerlauf, Fernlicht, Blinker, Batterieladung, ABS, Benzinreserve, Seitenständer usw. Sicherheitssysteme: Prüfung Hupe, Lichthupe, Killschalter, Unterbrecherschalter für Seitenständer usw.

2.6 Instrumente

Tachometer: Zitternder Zeiger deutet auf eine defekte Tachowelle hin. Rückstellungsmöglichkeit des Tageskilometerzählers prüfen.
Zusatzinstrumente: Funktionsprüfung.

2.7 Armaturen

Bowdenzüge: Prüfung der Leichtgängigkeit von Kupplung, Gas und Choke. Ein Zug lässt sich heutzutage bei fast jeden Motorrad nur noch durch Tausch gegen einen Neuen leichtgängig machen. Die Hüllen sind von innen mit einer Kevlar-Beschichtung versehen. Ist diese verschlissen, lässt sich der Defekt nur noch durch ein neues Teil beheben.
Schalter: Funktionsprüfung.

2.8 Schlösser

Schlüssel: Vollständige Funktion aller Schlösser: Zündung, Lenkrad, Sitzbank, Helmschloss, Tankdeckel, Staufächer. Ist der Ersatzschlüssel dabei? Schließfunktion: Prüfung der Leichtgängigkeit. Dies ist wichtig, da Motorräder, die immer draußen standen, leicht defekte Schlösser haben können.

2.9 Batterie

Befüllung: Säurestand O.K.?
Batteriepole sauber?
Sind die Zellen aufgequollen?
Sollten diese Teile alle soweit in Ordnung sein, so sagen wir : Herzlichen Glückwunsch!
Jetzt müsst Ihr Euch nur noch über den Kaufpreis einigen! Um auch hier Klarheit über einen gerechten Marktpreis zu bekommen, kannst Du Dich zuerst unter www.schwacke.de informieren. Danach solltest Du die Marktpreise noch einmal mit den Gebrauchtbörsen wie www.mobile.de oder www.faircar.de abgleichen. Jetzt kannst Du eigentlich kaum noch etwas falsch machen.

 

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